Wort von Diözesanbischof Ivo Muser zum neuen „Gotteslob“


Mit dem neuen Gotteslob wollen wir fortsetzen, was glaubende Menschen seit Jahrhunderten tun: im Beten und Singen Gott, den Herrn und Schöpfer des Lebens, preisen. In unserem Beten darf alles zur Sprache kommen, was uns bewegt. Wir bringen unsere Freude und unseren Dank, unsere Bitten und Sorgen, unsere Klage und Trauer, unsere Sehnsucht und Wünsche vor das Angesicht Gottes. Damit stehen wir in der langen Tradition des Psalmengesanges. Die 150 Psalmen, von denen ein repräsentativer Teil in diesem Gebet- und Gesangbuch vorkommt, können helfen, unser Lebensgefühl auszudrücken und es vor Gott zu tragen.
Da unsere Gottesdienste ohne Gesang nicht denkbar sind, werden wir dieses Buch in den unterschiedlichen liturgischen Feiern als Rollenbuch der christlichen Gemeinde verwenden. Der Gesang in seiner vielfältigen Form, vom Gregorianischen Choral bis hin zum neuen geistlichen Lied, bildet dabei eine wunderbare Brücke zwischen Gott und den Menschen.
Bei den Texten konnte auf den reichen Schatz vergangener Jahrhunderte zurückgegriffen werden, aber auch in der Werkstatt heutiger Dichter wurden viele Anregungen und Impulse gefunden. Vielfältig ist die Kunst, der Botschaft des Glaubens ihren sprachlichen Ausdruck zu verleihen. Der Gebets- und Andachtsteil ermöglicht einen neuen Zugang zum Beten, durch eine abwechslungsreiche Form und eine aktuelle Sprache.
Unser Gotteslob will ein vielseitiges Buch sein. Es will uns im persönlichen Beten und in der gemeinsamen Feier begleiten, es will Ratgeber sein und wesentliche Informationen des Glaubens vermitteln, und es will helfen, in verschiedenen Situationen des menschlichen Lebens ein gutes Wort zu finden. Möge das neue Gotteslob Anregung sein, unseren Glauben zu bekennen und zu feiern, miteinander zu beten und zu singen.

+ Ivo Muser
Bischof von Bozen-Brixen

Christkönigssonntag 2013